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Die IOI-Geschichte - Elisabeth Mann Borgese und der Schutz der Meere PDF  | Drucken |
Beitragsinhalt
Elisabeth Mann Borgese und der Schutz der Meere
Ein kleiner Abriss zur Geschichte des Seerechts
Meeresschutz - eine gobale Aufgabe
Die internationale Seerechtskonvention

Die internationale Seerechtskonvention
 
Wesentliche Punkte des neuen Seerechts sind die Festlegung von Rechten und Pflichten für die Anrainerstaaten in begrenzten Seegebieten und eine Regulierung der Aktivitäten am Meeresboden. Die Territorialgewässer wurden auf 12 Seemeilen ausgedehnt. Innerhalb einer 200 Seemeilen breiten Zone sind Anrainer berechtigt, lebende und nichtlebende Ressourcen auszubeuten oder diese Rechte bei Nichtausübung an Dritte weiterzugeben. Andererseits sind sie verpflichtet, diese Ressourcen abzuschätzen und Pläne für ein nachhaltiges Management aufzustellen.
EEZ
Damit stehen 40% des Weltmeeres und 90% seiner lebenden Ressourcen unter nationaler Jurisdiktion! Den Küstenstaaten, auch den Entwicklungsländern, fielen damit immense Reichtümer zu, für die sie nun die Verantwortung zu übernehmen hatten. Viele Länder hatten sich bisher kaum um das Meer gekümmert, nun war ihr Territorium teilweise um das Doppelte, bei Inselstaaten um ein Vielfaches gewachsen. Wie sollten sie damit umgehen? Sie mussten es erst lernen!

Das IOI und die PIM-Konferenzen hatten 1982 theoretisch ihre Aufgaben erfüllt. Die neue Seerechtskonvention war da, und sie würde irgendwann in Kraft treten. Eine Aufgabe blieb allerdings: Staaten mussten überzeugt werden, dass sie die Konvention auch ratifizieren und umsetzen! Um sie in die Praxis umzusetzen, mussten auch Politiker und Verwaltungsbeamte die Bedeutung der Konvention verstehen. Dies wurde bereits während der Verhandlungen zur Konvention klar. Das neue Seerecht würde kompliziert werden, es barg Konfliktmöglichkeiten bei überschneidenden Interessen, und es würde hohe Anforderungen an die Küstenstaaten stellen. Man musste im neuen Seerecht ausbilden! Und das nicht nur an den Universitäten in den juristischen Fakultäten, sondern vor allem praktisch für die täglichen Aufgaben. Die erste Anregung dazu gab der Chilene Juan Somavia, den ersten Workshop finanzierte 1977 die schwedische Entwicklungsgesellschaft SIDA. Der Kurs thematisierte vor allem den Tiefseebergbau (class A course). Ein zweiter Kurs wenig später behandelte das Management der "Ausschließlichen Wirtschaftszone" (class B course), und ein dritter folgte zum Thema "Regionale Entwicklung und Kooperation" (class C course).
EEZS weltweit
Schon 1978 war Elisabeth Mann Borgese von Kalifornien nach Halifax umgezogen, um dort eine Gastprofessur anzunehmen. Zwei Jahre später trat sie dort eine Professur für Internationales Seerecht an und lehrte fortan das, was sie in den Jahren vorher schon ausgeübt und im IOI vertreten hatte. Neben ihren Vorlesungen initiierte sie die Ausbildungskurse im neuen Seerecht für Kandidaten aus aller Welt. Der Kurs, weithin bekannt als "Dalhousie-Kurs in Ocean Governance", feierte 2006 sein 25-jähriges Bestehen. Mit diesem Kurs gab sie dem IOI auch eine neue Aufgabe und Ausrichtung: Verbreitung der Ideen und Ausbildung im neuen Seerecht, Förderung von Projekten, die im Sinne der neuen Verantwortung für das Meer konzipiert waren. Besonders seit den 1990er Jahren begann sie daher, die strukturelle Basis des IOI durch die Gündung von Operationszentren zu erweitern. Diese Außenstellen wurden vornehmlich an Universitäten geschaffen, die für die Ideen und Prinzipien des IOI als Multiplikatoren dienen konnten. Heute sind es 25 Zentren weltweit, die zum IOI-Netzwerk gehören.

 

Elisabeth Mann Borgese, Gründerin des IOI, ist am 8. Februar 2002 in St. Moritz gestorben.



 

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