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Seite 3 von 4 Meeresschutz - eine gobale Aufgabe Dann die erwähnte Rede des Maltesers Arvid Pardo 1967. Er kritisierte scharf das Verhalten einiger großer Küstenstaaten und forderte, das Meer als gemeinsames Erbe der Menschheit anzusehen und es dementsprechend zu schützen und auch für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Die Ressourcen sollten zum Wohle aller, auch kleiner und armer Staaten, genutzt und bewirtschaftet werden. Mit großem Enthusiasmus stürzte sich Elisabeth Mann Borgese in ein neues Projekt. Sie griff die Ideen von Pardo auf, verknüpfte sie mit denen ihres Mannes Borgese und entwickelte einen ersten Entwurf für eine Seerechtsverfassung, die sie auf einem Kongress 1970 auf Malta vorstellen und diskutieren wollte. Viele Freunde, Bekannte und Kollegen berieten und unterstützten sie dabei. Wie man heute sagen würde: Es war ein integriertes, multidisziplinäres Projekt aus Meeresbiologen, Juristen und Wirtschaftlern. Den Kongress 1970 nannte sie "Pacem in Maribus" (Frieden der Weltmeere). Er war der Beginn einer langen Reihe von Konferenzen dieser Art zum Thema Meer, im Jahre 2007 findet der 32te wieder auf Malta statt. 1970 wurde sie als einzige Frau in den Gründungskreis des Club of Rome berufen. Ihre Aktivitäten wurden jetzt international wahrgenommen, was aber nicht hieß, dass damit die finanziellen Mittel für ihre Ideen und Projekte auch zu fließen begannen. Ganz im Gegenteil, die finanzielle Situation war extrem schwierig. Daher entwickelte sie die Idee, ein internationales Institut für die Belange des Meeres zu gründen. Es sollte ihr auch gleichzeitig als Instrument dienen, bei den Vereinten Nationen Eintritt zu bekommen. Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) bewilligte ihr für dieses Projekt Mittel für die Stelle eines Direktoren für drei Jahre und sie gründete 1972 das "Internationale Ozean Institut" als Nichtregierungsorganisation mit Sitz in Malta. Nichtregierungsorganisationen haben seit der Stockholm Konferenz 1972 Beobachterstatus und somit Zutritt bei den Vereinten Nationen! Die Initiativen der beiden, Arvid Pardo und Elisabeth Mann Borgese, gestützt von ihren weitreichenden Beziehungen in die Wissenschaft und Vereinten Nationen hinein, waren der Auslöser für die dritte Seerechtskonferenz, die 1974 in Caracas begann. Die wesentlichen Personen dieser Konferenz hatten sich alle schon vorher häufiger getroffen und diskutiert: auf Malta während der Pacem in Maribus (PIM) Konferenzen, und nutzten auch die folgenden PIM-Konferenzen zur Diskussion und Weiterentwicklung der Konvention. Die Konferenz in Caracas zog sich über acht Jahre hin und endete mit der Verabschiedung einer neuen Seerechtskonvention am 10. Dezember 1982. Nicht alle Ideen Mann Bogeses und Pardos waren aufgenommen worden, aber sie stellte einen wirklichen Meilenstein in der Organisation der Meeresangelegenheiten dar. Allgemein in Kraft trat die Konvention 1994, nachdem sie von 65 Staaten ratifiziert worden war. Praktisch angewandt wurde sie von vielen Staaten schon in den 1980er Jahren.
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