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Die IOI-Geschichte - Elisabeth Mann Borgese und der Schutz der Meere PDF  | Drucken |
Beitragsinhalt
Elisabeth Mann Borgese und der Schutz der Meere
Ein kleiner Abriss zur Geschichte des Seerechts
Meeresschutz - eine gobale Aufgabe
Die internationale Seerechtskonvention
 
Ein kleiner Abriss zur Geschichte des Seerechts
 
Das bis dahin geltende Seerecht basierte noch auf dem Prinzip von 1609 des holländischen Advokaten Hugo Grotius (1583-1645), wonach die Meere frei seien und nur der kleine Küstenstreifen von drei Seemeilen (so weit reichten damals die Kanonen und somit die territoriale Gewalt der Landesfürsten) unterstand den Küstenstaaten: Mare Liberum - Freiheit der Meere. Diese These war die Antwort der kleinen Niederlande auf den Vertrag von Tortesillas (7.6.1494) zwischen Spanien und Portugal und seine Folgen gewesen. Spanien und Portugal hatten die Welt unter sich aufgeteilt: Alles westlich des 46,5ten westlichen Längengrades (Meer und Land) sollte an Spanien fallen, alles östlich davon bis 133,5° Ost in die Einflußsphäre Portugals! England, damals noch aufstrebende Seemacht, ließ sich das nicht bieten und beanspruchte den Nordatlantik.

Vertrag TortesillaDie kleinen, auf freien Handel und Schiffahrt angewiesenen Niederlande drohten zwischen diesen Großmächten zu ersticken! "Mare Liberum" war ein Befreiungsschlag, der allerdings nur funktionierte, weil auch die anderen Staaten Vorteile darin sahen, sich auf den Meeren frei bewegen zu können. Und Portugal hatte sich in Brasilien sowieso nie an diesen Vertrag gehalten und die westliche Landesgrenze bis in die Anden hinein verschoben.
 
Das Prinzip funktionierte so lange, bis man im 19ten Jahrhundert die Fischerei ausdehnte und begann, die großen Fisch-, Wal- und Robbenbestände auszubeuten. Man erkannte, dass jenseits der Terrritorialgewässer (drei Seemeilen) große Ressourcen bereitstanden ausgebeutet zu werden, dieses durch die Entwicklungen aus der Industralisierung (Dampfschiffe und -winden, Stahlschiffe) auch technisch möglich war, und man diese Schätze vor der Haustür ungern anderen Nationen überlassen wollte. Rußland weitete 1909 seine Territorialgewässer auf zwölf Seemeilen aus, andere Länder zogen nach. Das Wettrennen um den Einfluss auf See war eröffnet. Die USA beanspruchten 1945 den gesamten Kontinentalschelf vor ihren Küsten für sich. Grenze sollte die 200m Wassertiefenlinie sein.
 
Chile, Peru und Ekuador, bei der Breite des Kontinentalschelfs benachteiligt, beanspruchten eine 200 Seemeilen breite Zone für sich. Die Konflikte wuchsen sich aus und die Vereinten Nationen beriefen 1958 die erste Seerechtskonferenz ein, um sie beizulegen. Der Niedergang einzelner Walbestände durch den hemmungslosen und unkontrollierten Walfang stand ebenfalls zur Diskussion und forderte internationale Lösungen.

Die Ergebnisse der Konferenz waren ernüchternd. Man einigte sich lediglich darauf, die Lebenden Ressourcen (Fische, Wale) nach dem Prinzip des "Maximalen Nachhaltigen Ertrages" zu bewirtschaften (Maximum sustainable yield - MSY), aber eine allgemein gültige und regulierende Konvention gab es nicht. Die gab es auch auf der zweiten Konferenz 1960 nicht!
 
 

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